Die Umstellung auf reine IP-Videoübertragung lässt das lineare Fernsehen nicht verschwinden

In einem Übergang, in dem sich alles in Richtung IP-Verteilung bewegt, bleiben einige grundlegende Dinge gleich. Lineares Fernsehen ist nämlich nach wie vor der Kern des modernen Fernseherlebnisses für die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung weltweit. Solange es in den Haushalten Tuner-Receiver gibt, wird es einen Bedarf an linearer TV-Übertragung und Video-Headend-Technologien geben, um dies zu ermöglichen.

Neue Konsumgewohnheiten treiben den technologischen Fortschritt ständig voran; Netzwerke werden schneller, Bandbreiten größer, Datenformate und Komprimierungsmethoden werden ebenfalls immer effizienter. Es ist unvermeidlich, dass der Großteil des Videoverkehrs letztendlich in IP-basierte Netzwerke verlagert wird. Unserer Ansicht nach ist dieser Tag jedoch möglicherweise noch Jahrzehnte entfernt. 

Zugegeben, Kabelfernsehen-Abkündigungen werden immer beliebter, aber diejenigen, die sich dagegen entscheiden, bilden immer noch die Mehrheit. Die reine installierte Basis von Altgeräten mit Tuner-Empfängern ist immer noch riesig, und die Erfahrung hat bewiesen, dass diese installierte Basis von Benutzern ihre vorhandenen Fernseher und Set-Top-Boxen nur sehr langsam ersetzt. Das lineare Rundfunkgeschäft bleibt äußerst profitabel, und es gibt immer noch Millionen von Kunden, die bedient werden müssen, insbesondere in Gebieten, in denen Hochgeschwindigkeits-Internetzugang keine Realität ist.

Unübertroffene Zuverlässigkeit, Vorhersagbarkeit und Skalierbarkeit

Mit der linearen Fernsehverteilung geht ein gewisses Maß an Erwartung einher. Dank der Reife der Technologie erwarten Endnutzer von der linearen Fernsehübertragung ein Maß an Zuverlässigkeit, das IP-basierte Lösungen und OTT-Dienste nicht ganz erreichen können. Es bietet einen ununterbrochenen und statischen Inhaltsstream, der nicht von Schwankungen der Datenbandbreite und Verarbeitungsleistung abhängig ist. Mit der linearen Verteilung kann eine vorhersehbare Last mit beispielloser Konsistenz an Millionen von Tuner-Receivern übertragen werden. Außerdem erfordert es weniger Wartung, weniger Stromverbrauch und sogar weniger Rack-Platz in Serverräumen. Dies sind einige der Gründe, warum das lineare Rundfunkfernsehen nach wie vor unübertroffen ist und den Kern der Bereitstellung hochwertiger Live-Übertragungen von Nachrichten, Sport und anderen aktuellen Ereignissen bildet.  

Brutale Gewalt versus Präzision

Betreiber stellen Verbrauchern über ihre Netzwerke eine wachsende Vielfalt an Videoinhalten zur Verfügung und viele stehen nun unter dem Druck, vorhandene Technologien in server- und cloudbasierten Lösungen zu konsolidieren. Oberflächlich betrachtet mag dies wie der Weg der Zukunft erscheinen, aber Betreiber stellen schnell fest, dass die Verteilung linearer Sendungen über ein IP-Netzwerk äußerst ineffizient ist. Die schiere Menge an Verarbeitungsleistung und Bandbreite, die erforderlich ist, um die Live-Verteilung von High-Definition-Sendungen, ganz zu schweigen von 4K-Sendungen, über ein IP-Netzwerk zu ermöglichen, ergibt nicht viel Sinn. Jeder Datenstrom muss einzeln über das Netzwerk übertragen werden und unvermeidliche Wartungsunterbrechungen können die Videoübertragung beeinträchtigen. Mit roher Gewalt ist dies machbar, aber in den meisten Fällen kann eine dedizierte Edge-QAM-Plattform die Aufgabe besser und mit viel weniger Aufwand und Investitionen erledigen.  

Video und Daten – Hand in Hand, aber auf unterschiedlichen Ebenen

In vielerlei Hinsicht gehen Video- und Datenübertragung Hand in Hand, aber es gibt immer noch eine Reihe grundlegender Unterschiede in den Technologien, die nicht nur dedizierte Hardware, sondern auch dediziertes Fachwissen erfordern. Video- und Datenexperten sprechen nicht immer dieselbe Sprache, da die beteiligten Kerntechnologien immer noch voneinander getrennt sind. Dateningenieure sind oft nicht mit den Feinheiten der QAM-Technologie vertraut und Videoexperten sind oft nicht mit IP-Trivia vertraut. Die Terminologie und die Denkweise unterscheiden sich ziemlich stark, und hier kommt es darauf an, Teleste kommt ins Spiel, indem es Lösungen anbietet, die es beiden Seiten ermöglichen, sich auf ihr jeweiliges Fachgebiet und das zu konzentrieren, was sie am besten können.

Unser Vorteil ist, dass wir nicht nur ein Knotenpunkthersteller sind. Wir wissen wirklich, was an beiden Enden der Insel zu tun ist. Unsere neueste Headend-Lösung Luminato 4X4 ist für die Verarbeitung von Broadcast-Video über herkömmliche Netzwerke konzipiert und kann Seite an Seite mit verteilten Zugriffsarchitekturen wie CMTS (Cable Modem Termination System) und CCAP (Converged Cable Access Platform) arbeiten. Sie ist außerdem skalierbar, um sich an die sich entwickelnden Netzwerke und Kundenanforderungen sowie an aufkommende neue Technologien anzupassen. Allerdings darf die Widerstandsfähigkeit des linearen Fernsehens nicht unterschätzt werden. Es ist offensichtlich geworden, dass eine Umstellung auf All-IP nicht den plötzlichen Tod des linearen Fernsehens bedeutet. Im Gegenteil, beide müssen koexistieren und das Potenzial haben, gemeinsam zu wachsen, und mit den richtigen Lösungen und dem richtigen Fachwissen können Kabelfernsehbetreiber das Beste aus beiden Welten effizient nutzen.   


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Julius Tikkanen

Julius Tikkanen

Ich leite derzeit den Geschäftsbereich Video Service Platforms bei Teleste. Ich bin 2005 in das Unternehmen eingestiegen und hatte seitdem eine hervorragende Position, um zu verfolgen, wie sich Videoverarbeitungslösungen und Verbraucherverhalten zu dem entwickelt haben, was sie heute sind. Besuchen Sie mich auf meinem LinkedIn-Account .

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