5G – Die ultimative Lösung für „All-things-mobile“?

Es ist schon eine Weile her, dass hier und da der Begriff 5G auftauchte. Bereits vor 2011 äußerten sich erste Kritiker skeptisch gegenüber 5G [1]. Ziemlich bald darauf stand 5G bereits auf dem „Skizzenbrett“ der 3gpp-Gruppe. Im September 2015 veranstaltete 3gpp eine Konferenz [2] zum Auftakt der Entwicklung von 5G mit dem ersten Ziel, Benutzerszenarien und -anforderungen zusammenzustellen. Das Ziel, den Standard fertigzustellen, wurde auf 2020 gesetzt, wobei die Versuche bereits einige Jahre davor beginnen.

Schneller Vorlauf bis Juni 2016, die erste Version der 5G-Anforderungen wurde im 3GPP SA#72-Meeting genehmigt. Die Anforderungen sind nun dazu zusammengestellt TR22.891, bestehend aus mehr als 70 verschiedenen Anwendungsfällen, die in die folgenden technischen Berichte (TR) kategorisiert sind, darunter massives Internet der Dinge, kritische Kommunikation, verbessertes mobiles Breitband und Netzwerkbetrieb. [3] Während es scheint, dass diese technischen Berichte nun „endgültig“ sind, wird es noch einige Feinschliffe, Korrekturen und Modifikationen geben, da die „Iterationsphase“ bis Dezember 2016 andauert und möglicherweise sogar bis März 2017.

Als mit der Entwicklung des LTE-Standards begonnen wurde, war klar, dass es sich um eine reine Weiterentwicklung zu 3G handelte. Nun, bei 5G geht (und muss) das etwas anders, da es einige Anforderungen und Nutzungsszenarien gibt, die mit einer reinen Weiterentwicklung von LTE einfach nicht zu bewältigen wären. Der Ansatz besteht darin, dass es zwei parallele Pfade gibt. Es gibt etwas, das wir „Evolution“ nennen können, und das sind abwärtskompatible Erweiterungen und Verbesserungen von LTE. Dann gibt es einen anderen, „radikaleren“ Weg, den wir „Revolution“ nennen könnten und der nach innovativen Lösungen sucht, die nicht unbedingt vollständig mit dem Weg der „Evolution“ übereinstimmen.

Es war auch offensichtlich, dass viele Industriesegmente sowie verschiedene Organisationen, die Standards entwickeln, Interesse an der 5G-Entwicklung gezeigt haben. Dies wird auch sichtbar, wenn man die Breite und Tiefe der aktuellen Überarbeitungen der Technischen Berichte betrachtet. Ein Beispiel ist die jüngste Aktivität im Zusammenhang mit der Erneuerung der mobilen Eisenbahnkommunikationssysteme. Im August 2016 genehmigte das Plenum der 3GPP SA ein neues Studienthema mit dem Auftrag, die Anforderungen für das neue Eisenbahnkommunikationssystem zu untersuchen.[4] Die Initiative wurde von ETSI TC RT/NG3R ISG zu 2GPP gebracht.

5G zielt darauf ab, ein umfassendes Mobilfunknetz anzubieten, das für die Anforderungen jedes Geräts optimiert werden kann, das mobile Kommunikation nutzt. Alle aktuellen, neueren und kommenden Konzepte im Zusammenhang mit der „mobilen Welt“ wie IoE (Internet of Everything), IoT (Internet of Things), Cloud, SDN (Software Defined Networks), TV Anywhere, – um nur einige zu nennen -, sind im Rahmen der aktuellen 5G-Standardentwicklung.

Jetzt ist es an der Zeit, die im Titel dieses Blogs aufgeworfene Frage noch einmal zu überdenken, und zweifellos lautet meine Antwort JA!


Teleste hat vor kurzem auch mit den 5G-Standardisierungsaktivitäten in 3gpp und mit einigen der zugehörigen ETSI ISGs, wie ETSI NGP und ETSI TC RT/NG2R, begonnen.


Referenzen

[1]  „Interview mit Ericsson CTO: Es wird kein 5G geben – wir haben die Kanalgrenzen erreicht“. DNA Indien. 23 kann 2011. [Stand 30.8.2016]

[2]  „RAN 5G Workshop – Der Anfang von etwas“. 3GPP. September 19, 2015. Abgerufen am 30. September 2015. [Stand 30.8.2016]

[3] http://www.3gpp.org/news-events/3gpp-news/1786-5g_reqs_sa1 ] [Stand 30.8.2016]

[4] http://www.3gpp.org/news-events/3gpp-news/1792-frmcs [Stand 30.8.2016]

Jani Väre

Jani Väre

Ich leite die Innovationsaktivitäten bei Teleste. Die Leidenschaft für Innovationen und die ewige Suche nach dem „nächsten großen Ding“ treiben mich an. Siehe mein LinkedIn.

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